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Über See im Einsatz

Marineflieger: Wo die Flotte Flügel bekommt.

Die Marineflieger verbinden Reichweite, Präzision und Ausdauer.
Von Nordholz aus schützen sie Seewege, jagen U-Boote und retten Leben.

Fliegende Kräfte der Deutschen Marine

Die Marineflieger der Deutschen Marine

Die Marineflieger sind die fliegenden Kräfte der Deutschen Marine.
Mit Flugzeugen, Hubschraubern und unbemannten Luftfahrzeugen erweitern sie die Reichweite der Flotte weit über den sichtbaren Horizont hinaus.
Sie überwachen große Seegebiete, suchen nach U-Booten, unterstützen Schiffe im Einsatz und retten Menschen aus Seenot.

Alle fliegenden Verbände der Deutschen Marine sind am Fliegerhorst Nordholz an der niedersächsischen Nordseeküste zusammengefasst.
Von hier aus erfüllen die Marineflieger nationale Aufgaben sowie Verpflichtungen innerhalb der NATO und internationaler Einsätze.

Auftrag und Fähigkeiten

Auftrag und Aufgaben der Marineflieger

Die Marineflieger liefern der Flotte Informationen, Reichweite und Unterstützung aus der Luft.
Ihr Aufgabenspektrum reicht von der militärischen Seeraumüberwachung bis zum militärischen SAR-Dienst, der bei zivilen Notfällen unterstützt.

Organisation in Nordholz

Marinefliegerkommando, MFG 3 und MFG 5

Das Marinefliegerkommando führt die fliegenden Kräfte der Deutschen Marine.
Sein Stab befindet sich ebenso wie die beiden Einsatzgeschwader auf dem Fliegerhorst Nordholz.
Rund 2.500 militärische und zivile Bundeswehrangehörige arbeiten am Standort.

Wappen des Marinefliegerkommandos
rund 2.500 militärische und zivile Bundeswehrangehörige

Aktuelle Entwicklung

Die Marineflieger im Generationswechsel

Die deutschen Marineflieger erneuern derzeit einen großen Teil ihrer fliegenden Systeme.
Neue Seefernaufklärer, Bordhubschrauber und unbemannte Luftfahrzeuge erweitern schrittweise die Fähigkeiten der Verbände in Nordholz.

  1. P-8A Poseidon

    Die erste von insgesamt acht P-8A Poseidon wurde im November 2025 nach Deutschland überführt. Die weiteren Seefernaufklärer sollen bis 2029 folgen und beim MFG 3 die P-3C Orion ersetzen.

    P-8A Poseidon
  2. NH90 Sea Tiger

    Beim MFG 5 löst der NH90 Sea Tiger den seit 1981 eingesetzten Sea Lynx Mk88A ab. Der erste Sea Tiger wurde im Dezember 2025 übergeben; 2026 beendete der Sea Lynx seine Abschiedstour „End of an Era“.

    NH90 Sea Tiger
  3. MQ-9B

    Ab 2028 soll das MFG 3 acht unbemannte Flugzeuge vom Typ MQ-9B erhalten. Sie ermöglichen lange Aufklärungsflüge über See und sollen die bemannte P-8A bei Seeraumüberwachung und U-Boot-Jagd ergänzen.

    MQ-9B

Chronik der deutschen Marineflieger

Marineflieger im Wandel der Zeit.

Die Chronik zeigt zentrale Meilensteine der deutschen Marineflieger von 1913 bis zur Modernisierung mit P-8A Poseidon, NH90 Sea Lion, NH90 Sea Tiger und MQ-9B SeaGuardian.

  1. Geplanter Abschluss des P-8A-Zulaufs

    Insgesamt acht P-8A Poseidon sollen die neue Flotte der deutschen Seefernaufklärer bilden.

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  2. Geplanter Zulauf der MQ-9B

    Das MFG 3 soll die ersten unbemannten Systeme für lang andauernde Aufklärungsflüge über See erhalten.

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  3. Geplanter Abschluss der Sea-Lynx-Abschiedstour

    Nach 45 Dienstjahren soll der Sea Lynx Mk88A seine Abschiedstour beenden. Seine Aufgaben übernimmt schrittweise der NH90 Sea Tiger.

  4. Bestellung der MQ-9B

    Die Bundeswehr bestellt acht unbemannte Flugzeuge für Seeraumüberwachung und U-Boot-Jagd.

  5. Übergabe des ersten NH90 Sea Tiger

    Der neue Bordhubschrauber für U-Boot-Jagd und Überwasserseekriegführung wird an die Deutsche Marine übergeben.

  6. Der erste Sea Tiger trifft ein

    Der erste NH90 MRFH Sea Tiger trifft in Nordholz ein und leitet die schrittweise Ablösung des Sea Lynx Mk88A ein.

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  7. Erste P-8A Poseidon in Deutschland

    Die erste von acht bestellten P-8A landet in Deutschland und leitet den Wechsel von der P-3C Orion zum modernen strahlgetriebenen Seefernaufklärer ein.

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  8. Außerdienststellung des Sea King

    Nach fast fünf Jahrzehnten endet der Einsatz des Sea King Mk41 bei den deutschen Marinefliegern.

  9. Flyout Sea King

    Der Transporthubschrauber Sea King der Deutschen Marine hat sein offizielles Flyout und den feierlichen Abschied vom aktiven SAR-Dienst.

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  10. Sea Lion übernimmt den SAR-Dienst

    Der neue Hubschrauber steigt in die Bereitschaft für Such- und Rettungseinsätze über Nord- und Ostsee ein.

  11. Sea-Lion-Auslieferung abgeschlossen

    Die Marine übernimmt den letzten von insgesamt 18 NH90 Sea Lion.

  12. Die Marine empfängt den ersten Sea Lion

    Der erste NH90 NTH Sea Lion wird an die Deutsche Marine übergeben und leitet die Ablösung des Sea King Mk41 ein.

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  13. 2012–2013: Zusammenführung in Nordholz

    Das MFG 5 verlegt von Kiel-Holtenau nach Nordholz. Damit sind Flugzeuge, Hubschrauber und Führung der Marineflieger an einem Hauptstandort konzentriert.

  14. Aufstellung des Marinefliegerkommandos

    MFG 3 und MFG 5 werden einer gemeinsamen Kommandobehörde in Nordholz unterstellt.

  15. 2007–2010: Ende der Breguet Atlantic

    2007 endet der Betrieb der Seefernaufklärerversion, 2010 folgt die letzte Atlantic in der SIGINT-Aufklärungsrolle.

  16. Einführung der P-3C Orion

    Acht von den Niederlanden übernommene Flugzeuge ersetzen beim MFG 3 die Breguet Atlantic.

  17. Auflösung des MFG 2

    Mit der Abgabe der Tornados an die Luftwaffe endet die Ära der strahlgetriebenen Jagdbomber bei den Marinefliegern.

  18. Auflösung des MFG 1

    Die verbliebenen Marine-Tornados werden im Marinefliegergeschwader 2 zusammengefasst.

  19. Einführung der Do 228 LM

    Die Do 228 übernimmt die Überwachung von Meeresverschmutzungen und später weitere Aufgaben der Seeraumüberwachung.

  20. Deutsche Wiedervereinigung

    Die Bundesmarine wird zur gesamtdeutschen Marine. Teile des Personals der ehemaligen Volksmarine werden übernommen.

  21. Beginn der luftgestützten Meeresüberwachung

    Speziell ausgerüstete Do 28 überwachen Nord- und Ostsee auf Ölverschmutzungen.

  22. Einführung des PA-200 Tornado

    Das MFG 1 wird erster einsatzbereiter Tornado-Verband der Bundeswehr. Der Tornado löst schrittweise den Starfighter ab.

  23. Einführung des Sea Lynx Mk88

    Die Fregatten der Marine erhalten einen leistungsfähigen Bordhubschrauber für U-Boot-Jagd, Aufklärung und Seezielbekämpfung.

  24. Einführung des Sea King Mk41

    Der neue Hubschrauber übernimmt Such- und Rettungsdienst, Transport sowie Unterstützungsaufgaben.

  25. 1965/1966: Einführung der Breguet Atlantic

    Der moderne Seefernaufklärer löst die Fairey Gannet ab und prägt die U-Boot-Jagd der Marineflieger über vier Jahrzehnte.

  26. Aufstellung des MFG 3 „Graf Zeppelin“

    Nordholz wird zum Zentrum der Seefernaufklärung und U-Boot-Jagd.

    Mehr über Aufstellung des MFG 3 „Graf Zeppelin“ erfahren
  27. Einführung der F-104G Starfighter

    Die Marineflieger erhalten ein überschallschnelles Kampfflugzeug für Aufklärung und Angriffe gegen Seeziele.

  28. Aufstellung des MFG 1

    Das Marinefliegergeschwader 1 in Jagel übernimmt Aufgaben der Aufklärung und Seekriegführung.

    Mehr über Aufstellung des MFG 1 erfahren
  29. Aufstellung der Marine-Seenotstaffel

    In Kiel-Holtenau entsteht der Vorläufer des heutigen Marinefliegergeschwaders 5 und damit die Grundlage des maritimen SAR-Dienstes.

  30. Beginn des regulären Flugbetriebs

    Die ersten Staffeln werden mit Hawker Sea Hawk und Fairey Gannet ausgerüstet.

  31. Aufstellung der 1. Marinefliegergruppe

    Der erste fliegende Verband der neuen Bundesmarine entsteht. Die Ausbildung wird zunächst maßgeblich durch die britische Royal Navy unterstützt.

  32. Aufstellung des Kommandos der Marineflieger

    In Kiel-Holtenau beginnt der organisatorische Neuaufbau der Marineflieger der Bundesmarine.

  33. Erneute Auflösung

    Nach Kriegsende werden sämtliche deutschen militärischen Luftstreitkräfte aufgelöst.

  34. 1939–1945: Seeluftstreitkräfte unter Führung der Luftwaffe

    Im Zweiten Weltkrieg besitzt die Kriegsmarine keine eigenständige Marinefliegertruppe. Seeaufklärer, Bordflugzeuge und Seenotstaffeln gehören organisatorisch zur Luftwaffe.

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  35. Wiederaufbau der Seefliegerkräfte

    Mit der deutschen Aufrüstung entstehen wieder maritime fliegende Verbände.

  36. 1920er- und frühe 1930er-Jahre: Bewahrung von Fachwissen

    Einrichtungen wie die Severa erhalten unter ziviler Tarnung Kenntnisse über Seeflugzeuge und fliegerische Ausbildung.

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  37. Auflösung der Marinefliegerkräfte

    Der Versailler Vertrag untersagt Deutschland den Besitz militärischer Luftstreitkräfte.

  38. 1914–1918: Einsatz im Ersten Weltkrieg

    Seeflugzeuge und Marineluftschiffe übernehmen Aufklärung, Küstenüberwachung und Angriffsaufgaben.

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  39. Nordholz wird Marine-Luftschiffstützpunkt

    Das erste Marineluftschiff bezieht den neu errichteten Stützpunkt Nordholz.

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  40. Gründung der deutschen Marineflieger

    Kaiser Wilhelm II. ordnet die Aufstellung einer Marinefliegerabteilung in Putzig und einer Marineluftschiffabteilung in Berlin-Johannisthal an. Dieses Datum gilt als Geburtsstunde der deutschen Marinefliegerei.

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Von den Anfängen bis heute

Geschichte der deutschen Marineflieger

Die Geschichte der deutschen Marinefliegerei reicht bis in das Jahr 1913 zurück. Nach der Aufstellung der Bundesmarine entstanden ab den 1950er-Jahren neue Marinefliegerverbände. Über Jahrzehnte prägten Flugzeugmuster wie Sea Hawk, Starfighter, Atlantic, Tornado und P-3C Orion sowie die Hubschrauber Sea King und Sea Lynx den Flugbetrieb.

Mit der Zusammenführung der verbliebenen Verbände in Nordholz entstand ein gemeinsamer Standort für Flugzeuge, Hubschrauber, Technik, Ausbildung und Einsatzführung. Heute markieren P-8A Poseidon, NH90 Sea Lion, NH90 Sea Tiger und unbemannte Systeme den Übergang zu einer stärker digitalisierten und vernetzten Marinefliegerei.

Per mare ad astra

Zwischen Himmel und Horizont.

Marineflieger sind Teil der Flotte — an Land, in der Luft und an Bord. Ihr Auftrag beginnt dort, wo Sichtweite allein nicht mehr reicht.

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