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SEVERA - Seeflugzeug-Versuchsabteilung

Die SEVERA (Seeflugzeug-Versuchsabteilung) war eine geheime Organisation der Reichsmarine in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die zur Tarnung und Fortführung der Marinefliegerei diente, obwohl der Versailler Vertrag Deutschland offiziell den Besitz von Militärflugzeugen verbot.
Unter dem Deckmantel ziviler Tarnung wurden hier zukünftige Marineflieger ausgebildet und Marinefliegertätigkeiten im Hintergrund weitergeführt.
Die SEVERA war damit ein wichtiger Schritt zur Erhaltung und Entwicklung der deutschen Marinefliegerei während der Weimarer Republik.

Historischer Hintergrund der SEVERA

Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschlands militärische Luftfahrt durch den Versailler Vertrag stark eingeschränkt.
Dennoch wollte die Reichsmarine die Fähigkeiten und den Nachwuchs für eine Marinefliegertätigkeit aufrechterhalten.
Die SEVERA wurde als Tarnorganisation gegründet, um zivil getarnte Flugversuche und Ausbildungen durchzuführen.
Es handelte sich um eine paramilitärische Einheit, die unter anderem in Holtenau und weiteren Standorten wie Norderney, Swinemünde, Wangerooge und Wilhelmshaven aktiv war.
Dort wurden Marinesoldaten als zukünftige Marineflieger vorbereitet, wobei die Flugzeuge auch für Schießübungen der Flak sowie Seenoteinsätze genutzt wurden.

Bedeutung für die Marinefliegerei

Die SEVERA war wegweisend für die spätere Entwicklung der deutschen Marineflieger, die ab Mitte der 1930er Jahre mit der Wiederaufrüstung offiziell wieder in der Luftwaffe integriert wurden. Die Erfahrungen und Fähigkeiten, die unter der SEVERA gesammelt wurden, bildeten die Grundlage für die Neugründung und den Ausbau der Marinefliegertätigkeiten, insbesondere für die lautstarke Luft- und Seeaufklärung sowie für Marineoperationen während des Zweiten Weltkriegs.

Fazit

Die SEVERA kann als die Wurzel der modernen deutschen Marinefliegerei betrachtet werden. Sie ermöglichte es, trotz außenpolitischer Einschränkungen, die Marinefliegerei geheim weiterzuführen und junge Marineflieger auszubilden. Heute werden die Marineflieger der Bundeswehr als eigene Truppe innerhalb der Deutschen Marine geführt und verfügen über moderne Flugzeuge und Hubschrauber für vielfältige maritime Aufgaben.

Stand: August 2026

Autor: Stephan Struck

Quellenverzeichnis

  1. Deutsches Historisches Museum: „Die Reichswehr“. Informationen zu den militärischen Beschränkungen des Versailler Vertrags und zum Verbot deutscher Luftstreitkräfte. Online unter: https://www.dhm.de/lemo/kapitel/weimarer-republik/innenpolitik/reichswehr
  2. Landesarchiv Schleswig-Holstein: „Die Severa (Seeflugzeug-Versuchsabteilung), die geheime Aufrüstung und die Luftdienste“. Archivbestand LASH, Abt. 422.49, Nr. 610. Online unter: https://arcinsys.schleswig-holstein.de/arcinsys/showArchivalDescriptionDetails?archivalDescriptionId=781701
  3. Central Intelligence Agency, Center for the Study of Intelligence: „The Lohmann Affair“. Untersuchung der geheim finanzierten Rüstungsprojekte der Reichsmarine sowie der Tätigkeit der SEVERA in Norderney und Kiel-Holtenau. Online unter: https://www.cia.gov/resources/csi/static/The-Lohmann-Affair.pdf
  4. Seeflieger.de: „Geschichte des Seefliegerhorstes Holtenau“. Darstellung der 1927 gegründeten SEVERA, ihrer Leitung, ihrer Ausbildungsaufgaben und ihrer Seenoteinsätze. Online unter: https://www.seeflieger.de/geschichte/geschichte2.php
  5. Seeflieger.de: „Die Geschichte der deutschen See- und Marineflieger“. Historischer Vortragstext zur Entwicklung der Marinefliegerei und zur Tätigkeit der SEVERA in Kiel-Holtenau. Online unter: https://www.seeflieger.de/vortrag/Die%20Geschichte%20der%20deutschen%20Seeflieger%20--%20Vortragstext%20v%20%2006%2008%202007.pdf
  6. Deutsches Museum: „Aktennotiz betreffend den Besuch von Kapitän Rudolf Lahs, Wolfgang von Gronau und Eberhard Cranz“. Archivquelle mit Bezug zur SEVERA und zur Entwicklung von Seeflugzeugen. Online unter: https://digital.deutsches-museum.de/de/digital-catalogue/archive-item/FA%2520043%2520Juluft%252F0301%2520T13%2520M13/
  7. Norderney-Chronik: „Fliegerhorstchronik – Teil 3“. Angaben zum Stützpunkt der SEVERA auf Norderney und zur späteren Umorganisation in die Luftdienst GmbH. Online unter: https://www.norderney-chronik.de/download/eberhardt/fl-teil03.pdf
  8. Luftwaffe zur See: „Die Seeluftstreitkräfte“. Übersicht zur SEVERA und ihren Ausbildungsstätten in Holtenau, Norderney, Swinemünde, Wangerooge und Wilhelmshaven-Rüstringen. Online unter: https://www.luftwaffe-zur-see.de/Seeluft/Seeluft.htm
  9. Bundesarchiv/Archivportal-D: „Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe“. Bestandsbeschreibung zum zunächst getarnten Aufbau der Luftwaffe und zur Übernahme der zuvor von Heer und Marine wahrgenommenen Luftfahrtaufgaben. Online unter: https://www.archivportal-d.de/item/7D6H6XLA353B2J34QVCCXP2A4Z6EOALI

Alle genannten Onlinequellen wurden zuletzt am 23. August 2026 abgerufen.