Marineunteroffizierschule (MUS)
Die Marineunteroffizierschule in Plön ist die zentrale Ausbildungseinrichtung für die Unteroffiziere der Deutschen Marine. In der am Großen Plöner See gelegenen Kaserne Ruhleben werden angehende Maate und Bootsmänner auf ihre Aufgaben als militärische Vorgesetzte, Ausbilder und Fachkräfte vorbereitet. Zusätzlich führt die Schule Grundausbildungen und verschiedene Weiterbildungslehrgänge durch.
Unteroffiziere tragen einen wesentlichen Teil der praktischen Führungsverantwortung in der Marine. Sie leiten Arbeitsgruppen, bilden jüngere Soldatinnen und Soldaten aus, überwachen technische Abläufe und sorgen dafür, dass Befehle fachgerecht umgesetzt werden. Bei den Marinefliegern übernehmen sie beispielsweise Verantwortung in der Luftfahrzeugtechnik, Avionik, Logistik, im Flugbetrieb oder als Mitglieder fliegender Besatzungen.
Das Leitmotiv der Marineunteroffizierschule lautet deshalb „Train the trainer“: Wer später andere anleiten und ausbilden soll, muss selbst fachlich, methodisch und menschlich auf diese Aufgabe vorbereitet werden.
Unteroffiziere ohne und mit Portepee
Die Marine unterscheidet zwischen Unteroffizieren ohne Portepee und Unteroffizieren mit Portepee.
Zu den Unteroffizieren ohne Portepee gehören die Dienstgrade:
- Maat,
- Obermaat.
Die Unteroffiziere mit Portepee tragen die Dienstgrade:
- Bootsmann,
- Oberbootsmann,
- Hauptbootsmann,
- Stabsbootsmann,
- Oberstabsbootsmann.
Das traditionelle Wort „Portepee“ bezeichnete ursprünglich einen Riemen am Griff einer Blankwaffe. In der heutigen Bundeswehr dient der Begriff zur Unterscheidung der beiden Unteroffiziergruppen.
Mit dem Aufstieg in höhere Dienstgrade wachsen Erfahrung, fachliche Verantwortung und Führungsaufgaben. Ein Bootsmann oder Hauptbootsmann kann beispielsweise eine Arbeitsgruppe, einen technischen Bereich oder Teile einer Wache führen und gleichzeitig für die Ausbildung des unterstellten Personals verantwortlich sein.
Die praktische Führungsebene der Marine
Offiziere tragen die übergeordnete Führungs- und Entscheidungsverantwortung. Unteroffiziere sorgen häufig dafür, dass diese Entscheidungen im täglichen Dienst fachgerecht umgesetzt werden.
Sie stehen dabei zwischen militärischer Führung, Spezialisten und Mannschaften. Diese Position verlangt mehr als Fachwissen. Unteroffiziere müssen erklären, motivieren, kontrollieren, Konflikte lösen und bei Bedarf korrigierend eingreifen.
An Bord kann ein Fehler unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheit von Schiff und Besatzung haben. Gleiches gilt im Flugbetrieb, in der Instandhaltung oder beim Umgang mit komplexen Sensor-, Kommunikations- und Waffensystemen. Eine eindeutige Aufgabenverteilung, nachvollziehbare Anweisungen und eine offene Fehlerkultur sind deshalb unverzichtbar.
Die Marineunteroffizierschule vermittelt die gemeinsamen militärischen Grundlagen, auf denen die spätere fachliche Verantwortung aufbaut.
Auftrag der Marineunteroffizierschule
Im Zentrum der Lehrgänge steht die Qualifizierung zum militärischen Vorgesetzten. Die Teilnehmer sollen lernen, kleinere Teileinheiten und Arbeitsgruppen zu führen sowie Ausbildung selbstständig zu planen und durchzuführen.
Zu den praktischen Unterrichtsgebieten gehören unter anderem:
- Menschenführung,
- Formaldienst,
- Planung von Ausbildung,
- Durchführung und Auswertung von Ausbildung,
- praktisches Vorgesetztentraining,
- körperliche Leistungsfähigkeit,
- Orientierung und Verhalten im Gelände,
- Schieß- und Sanitätsausbildung.
Theoretische Inhalte sind beispielsweise:
- Wehrrecht,
- Rechte und Pflichten von Soldaten,
- Innere Führung,
- politische Bildung,
- allgemeines soldatisches Handeln,
- Ausbildungslehre,
- Kommunikation und Konfliktbewältigung,
- Arbeitssicherheit und Verantwortungsbewusstsein.
Das Ziel besteht nicht darin, standardisierte Befehlsgeber auszubilden. Die Teilnehmer sollen lernen, eine Lage zu beurteilen, Entscheidungen verständlich zu vermitteln und ihr Führungsverhalten an Menschen, Auftrag und Situation anzupassen.
„Train the trainer“
Unteroffiziere sind in ihren späteren Verbänden nicht nur Vorgesetzte, sondern häufig selbst Ausbilder. Sie weisen neue Soldaten in Arbeitsverfahren ein, vermitteln Fachwissen und überprüfen, ob Aufgaben sicher beherrscht werden.
An der MUS lernen sie deshalb, Ausbildung systematisch aufzubauen:
- Ausbildungsziel festlegen,
- Voraussetzungen der Teilnehmer berücksichtigen,
- Unterricht oder praktische Übung vorbereiten,
- Inhalte verständlich vermitteln,
- die praktische Durchführung überwachen,
- Fehler erkennen und korrigieren,
- den Lernerfolg feststellen,
- die Ausbildung auswerten und verbessern.
Ein guter Ausbilder muss nicht nur selbst wissen, wie eine Aufgabe funktioniert. Er muss erklären können, warum ein bestimmtes Verfahren vorgeschrieben ist und welche Folgen Fehler haben können.
Gerade bei technisch anspruchsvollen Tätigkeiten reicht es nicht, Abläufe lediglich vorzuführen. Die Auszubildenden müssen das dahinterstehende Sicherheitsverständnis entwickeln.
Menschenführung und Innere Führung
Die Ausbildung zum militärischen Vorgesetzten ist an die Grundsätze der Inneren Führung gebunden. Soldaten bleiben auch im militärischen Dienst Träger ihrer Grundrechte und sind nicht zu bedingungslosem Gehorsam verpflichtet.
Angehende Unteroffiziere müssen deshalb die rechtlichen Grenzen von Befehl und Gehorsam kennen. Sie sollen Befehle nicht nur korrekt weitergeben, sondern auch deren Rechtmäßigkeit beurteilen und für ihr eigenes Handeln Verantwortung übernehmen.
Gute Menschenführung zeigt sich im Alltag beispielsweise darin, dass ein Vorgesetzter:
- nachvollziehbar kommuniziert,
- alle Untergebenen respektvoll behandelt,
- Leistung angemessen beurteilt,
- Überforderung und Konflikte erkennt,
- Fehler sachlich auswertet,
- selbst als Vorbild handelt,
- Beschwerden ernst nimmt,
- Entscheidungen begründen kann,
- Verantwortung nicht auf Untergebene abschiebt.
Die militärische Hierarchie entbindet Vorgesetzte nicht von der Pflicht, Menschenwürde und Recht zu achten. Gerade Unteroffiziere prägen durch ihren täglichen Kontakt mit den Mannschaften das tatsächliche Führungsklima eines Verbandes.
Handlungstraining statt reiner Theorie
Führung lässt sich nicht ausschließlich im Unterrichtsraum erlernen. Deshalb werden die Teilnehmer mit Situationen konfrontiert, in denen sie unter Zeitdruck entscheiden und eine Gruppe anleiten müssen.
Beim Vorgesetztentraining wechseln sich die Lehrgangsteilnehmer in der Führungsrolle ab. Sie erhalten einen Auftrag, müssen Aufgaben verteilen, die Durchführung überwachen und auf unerwartete Entwicklungen reagieren.
In der anschließenden Auswertung wird untersucht:
- War der Auftrag eindeutig?
- Wurden alle Beteiligten einbezogen?
- War die Aufgabenverteilung sinnvoll?
- Wurden Sicherheitsbestimmungen eingehalten?
- Wie wurde auf Fehler oder Verzögerungen reagiert?
- War das Verhalten des Vorgesetzten angemessen?
- Welche Entscheidung hätte besser getroffen werden können?
Diese Auswertung ist besonders wichtig. Sie macht deutlich, dass militärische Führung nicht allein am Ergebnis gemessen wird, sondern auch an Rechtmäßigkeit, Sicherheit und Umgang mit den unterstellten Menschen.
Grundausbildung in Plön
Neben den Laufbahnlehrgängen für angehende Unteroffiziere führt die MUS Allgemeine Grundausbildungen durch. Für viele Rekrutinnen und Rekruten beginnt damit ihr Dienst in der Deutschen Marine.
Während der Grundausbildung erwerben sie die allgemeinmilitärische Grundbefähigung. Dazu gehören unter anderem:
- Rechte und Pflichten im Soldatenberuf,
- Auftrag und Werteordnung der Bundeswehr,
- Formaldienst,
- körperliche Ausbildung,
- Sanitätsausbildung,
- Umgang mit persönlicher Ausrüstung,
- Orientierung im Gelände,
- Grundlagen der Schießausbildung,
- Verhalten unter erschwerten Bedingungen,
- Kameradschaft und Zusammenarbeit.
Die Rekruten sollen sich als Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in Uniform verstehen. Dazu gehört, dass sie den demokratischen Auftrag der Bundeswehr ebenso kennen wie die Grenzen militärischen Handelns.
Grundausbildung Bord und Land
Parallel zu den allgemeinmilitärischen Grundlagen werden die Rekruten abhängig von ihrer vorgesehenen Verwendung auf den späteren Dienst an Bord oder an Land vorbereitet.
Bei einer bordbezogenen Ausbildung stehen die Besonderheiten des Lebens und Arbeitens auf Schiffen und Booten im Vordergrund. Dazu gehören enge räumliche Verhältnisse, Wachsysteme, Brand- und Leckabwehr, Verhalten bei Seegang sowie der Umgang mit Rettungsmitteln.
Die landbezogene Ausbildung berücksichtigt stärker die Anforderungen von Landdienststellen und landgestützten Verbänden. Die Übergänge sind jedoch fließend: Auch Soldaten einer Landdienststelle können zeitweise an Bord eingesetzt werden, während Schiffsbesatzungen regelmäßig Aufgaben an Land übernehmen.
Welche Ausbildungsabschnitte an welchem Standort stattfinden, richtet sich nach Laufbahn, Verwendung und aktueller Ausbildungsorganisation.
Einsatzvorbereitende Ausbildung
Die Marineunteroffizierschule wirkt außerdem an der allgemeinen Vorbereitung auf mögliche Einsätze mit. Dazu gehört eine einsatzlandunspezifische Ausbildung, die grundlegende Fähigkeiten vermittelt, ohne sich auf ein bestimmtes Einsatzgebiet zu beschränken.
Behandelt werden beispielsweise Schutzmaßnahmen, Sanitätskenntnisse, Verhalten bei Bedrohungen und die Sicherung eigener Einrichtungen. Bei der Marine kann hierzu auch der Schutz eines Schiffes während eines Hafenaufenthalts gehören.
Solche Ausbildungsabschnitte sollen keine Spezialausbildung für einen konkreten Einsatz ersetzen. Sie schaffen eine gemeinsame Grundlage, auf der eine spätere einsatzbezogene Vorbereitung aufbauen kann.
Ausbildung der Marineköche
Eine Besonderheit der MUS ist die Ausbildung der Köchinnen und Köche der Marine. Die Verpflegung an Bord stellt andere Anforderungen als eine Küche an Land.
Auf Schiffen und Booten stehen nur begrenzte Räume, Lagerkapazitäten und Vorräte zur Verfügung. Gleichzeitig muss eine Besatzung auch während langer Seefahrten, bei Seegang und im Schichtbetrieb zuverlässig versorgt werden.
Marineköche müssen daher unter anderem:
- Lebensmittel sicher lagern,
- Vorräte langfristig planen,
- Mahlzeiten für unterschiedliche Wachzeiten bereitstellen,
- Hygienevorschriften unter beengten Bedingungen einhalten,
- auf Allergien und besondere Ernährungsbedürfnisse reagieren,
- auch bei Seegang sicher arbeiten,
- vorhandene Vorräte wirtschaftlich einsetzen.
Verpflegung beeinflusst Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Moral einer Besatzung. Der Aufgabenbereich ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Einsatzfähigkeit.
Ausbildung am Großen Plöner See
Die Kaserne Ruhleben liegt unmittelbar am Großen Plöner See. Der Standort ermöglicht maritime Ausbildungsanteile, obwohl Plön nicht an der Küste liegt.
Am schuleigenen Bootshafen stehen unter anderem Marinekutter zur Verfügung. Beim Kutterpullen müssen die Teilnehmer ihre Bewegungen genau aufeinander abstimmen. Kraft allein reicht nicht aus: Das Boot kommt nur dann wirkungsvoll voran, wenn die gesamte Besatzung im gleichen Rhythmus arbeitet.
Die Ausbildung fördert:
- körperliche Leistungsfähigkeit,
- Zusammenarbeit,
- Kommunikation,
- Durchhaltevermögen,
- Verantwortung innerhalb einer Bootsbesatzung,
- Verständnis für seemännische Traditionen.
Eine eigene Schwimmhalle wird unter anderem für Rettungswesten- und schwimmerische Ausbildung genutzt.
Von der Marinekaserne zur Unteroffizierschule
Die Geschichte der Kaserne Ruhleben begann nicht erst mit der Bundesmarine. Die Anlage wurde ab 1936 geplant und 1937 errichtet. Im März 1938 bezog die III. Marine-Unteroffizier-Lehrabteilung der Kriegsmarine den Standort.
Der Bau stand im Zusammenhang mit der massiven Aufrüstung der Kriegsmarine durch das nationalsozialistische Regime. Die vorhandenen Ausbildungseinrichtungen reichten für den wachsenden Personalbedarf nicht mehr aus.
1940 wurde die Unteroffizier-Lehrabteilung aufgelöst. Anschließend nutzte eine U-Boot-Ausbildungsabteilung die Anlage. In der späteren Kriegsphase fanden in Ruhleben außerdem Tätigkeiten im Zusammenhang mit sogenannten Kleinkampfverbänden und Sprengbooten statt.
Diese Entstehungsgeschichte muss klar von der heutigen Aufgabe der Schule unterschieden werden. Ein traditionsreiches Gebäude begründet keine automatische militärische Tradition. Für die Bundeswehr ist entscheidend, ob überlieferte Handlungen und Personen mit den Werten des Grundgesetzes vereinbar sind.
Plön in den letzten Kriegstagen
Im April 1945 verlegten Teile der Seekriegsleitung in den Raum Plön. Großadmiral Karl Dönitz und sein Stab bezogen am 22. April das nahe gelegene Ausweichquartier „Forelle“.
Nach Hitlers Tod hielt sich Dönitz noch kurzzeitig in Plön auf, bevor er mit seinem Stab nach Flensburg-Mürwik weiterzog. Dort bestand bis zum 23. Mai 1945 die letzte geschäftsführende Reichsregierung des NS-Staates.
Britische Truppen erreichten Plön Anfang Mai 1945. Die Kaserne Ruhleben wurde wenige Tage später formell übergeben.
Britische Nutzung nach 1945
Nach Kriegsende diente die Anlage zunächst als britisches Hauptquartier für Schleswig-Holstein. Anschließend wurde dort die King Alfred School eingerichtet, eine Internatsschule für Kinder britischer Militärangehöriger.
Damit erhielt die ehemalige deutsche Marinekaserne vorübergehend eine zivile schulische Nutzung. Erst nach dem Abzug der britischen Einrichtungen konnte die Anlage wieder für die Ausbildung deutscher Marinesoldaten vorgesehen werden.
Die Bundesmarine kehrt nach Plön zurück
Die Unteroffizierausbildung der neu aufgestellten Bundesmarine begann 1956 zunächst an anderen Standorten. Stationen waren unter anderem Cuxhaven, Brake und Eckernförde.
1960 ordnete das Bundesministerium der Verteidigung die Verlegung nach Plön an. Am 27. September 1960 zogen die ersten Soldaten der Bundesmarine in die Kaserne Ruhleben ein. Seitdem ist Plön der zentrale Standort der Marineunteroffizierschule.
Die historische Liegenschaft erhielt damit einen grundlegend neuen politischen und rechtlichen Rahmen. Ausbildung und Menschenführung sollten nun den Prinzipien der Inneren Führung und des demokratischen Rechtsstaates entsprechen.
Lehrsammlung und Regionale Ausstellung
Die Marineunteroffizierschule verfügt über eine militärhistorische Lehrsammlung. Sie behandelt die deutsche Marinegeschichte seit 1848, die Entwicklung der Unteroffizierausbildung und die Geschichte des Standortes Plön.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der deutsch-deutschen Militärgeschichte zwischen 1949 und 1990. Damit werden sowohl die Bundesmarine als auch die Volksmarine der DDR in ihren jeweiligen politischen und militärischen Bündnissen betrachtet.
Die Sammlung soll nicht lediglich Uniformen, Modelle und Ausrüstungsgegenstände präsentieren. Sie dient der historisch-politischen Bildung und der kritischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen deutschen Marinestreitkräften.
Eine 2016 eröffnete Regionale Ausstellung gibt außerdem Einblicke in den heutigen Auftrag der Schule und die am Standort vertretenen Dienststellen.
Abgrenzung zur Marineschule Mürwik
Marineschule Mürwik und Marineunteroffizierschule erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
| Marineschule Mürwik | Marineunteroffizierschule Plön |
|---|---|
| Ausbildung von Offizieranwärtern | Ausbildung von Unteroffizieranwärtern |
| Vorbereitung auf übergeordnete Führungsverantwortung | Vorbereitung auf unmittelbare Führungs- und Ausbildungsaufgaben |
| Nautik, Seemannschaft, Recht und Führungslehre | Menschenführung, Ausbildungslehre, Wehrrecht und soldatische Grundlagen |
| Standort Flensburg-Mürwik | Standort Plön |
| Verbindung zur „Gorch Fock“ | Bootshafen und Kutterausbildung am Plöner See |
Beide Schulen vermitteln Innere Führung, politische Bildung und soldatische Verantwortung. Die Schwerpunkte richten sich jedoch nach den späteren Aufgaben der jeweiligen Laufbahngruppe.
Bedeutung für die Marineflieger
Ein großer Teil der täglichen Arbeit bei den Marinefliegern wird von Unteroffizieren getragen. Sie arbeiten beispielsweise in folgenden Bereichen:
- Fluggerätmechanik,
- Triebwerkstechnik,
- Avionik und Elektronik,
- Luftfahrzeugbewaffnung,
- Flugabfertigung,
- Flugbetrieb,
- Materialbewirtschaftung und Logistik,
- Einsatzplanung,
- Bordtechnik,
- Überlebenstraining,
- Stabs- und Führungsunterstützung.
Die technische Fachausbildung findet abhängig von der Verwendung an spezialisierten Ausbildungseinrichtungen und in den Verbänden statt. Die Marineunteroffizierschule vermittelt dagegen die gemeinsame militärische Qualifikation als Vorgesetzter und Ausbilder.
Ein technisch hervorragender Spezialist ist nicht automatisch ein guter Vorgesetzter. Wer ein Wartungsteam führt, muss Arbeitsabläufe planen, Qualifikationen berücksichtigen, Sicherheitsvorschriften durchsetzen und auf Fehler angemessen reagieren können.
In der militärischen Luftfahrt besitzt diese Verantwortung besonderes Gewicht. Ein nicht erkannter Fehler kann die Sicherheit eines Luftfahrzeugs und seiner Besatzung gefährden. Deshalb gehören fachliche Sorgfalt, klare Kommunikation und die Bereitschaft, bei Zweifeln einen Arbeitsablauf zu unterbrechen, zu den wichtigsten Führungseigenschaften.
Fazit
Die Marineunteroffizierschule Plön bereitet Maate und Bootsmänner auf eine Schlüsselrolle in der Deutschen Marine vor.
Sie verbindet militärische Grundlagen, Menschenführung, Ausbildungslehre, Wehrrecht und praktische Handlungstrainings.Ihre Aufgabe besteht nicht nur darin, Wissen zu vermitteln.
Die Schule soll Persönlichkeiten entwickeln, die fachliche Kompetenz mit Verantwortungsbewusstsein verbinden und auch unter Belastung nachvollziehbar führen.Für die Marineflieger ist diese Ausbildung von besonderer Bedeutung. Moderne Luftfahrzeuge, komplexe Sensoren und anspruchsvolle Wartungsverfahren benötigen qualifizierte Spezialisten.
Einsatzbereitschaft und Flugsicherheit hängen jedoch ebenso davon ab, dass diese Spezialisten ihre Teams verantwortungsvoll führen und ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben können.
Stand: September 2026
Bundeswehr: Marineunteroffizierschule
Offizielle Darstellung des Auftrags der Marineunteroffizierschule in Plön. Behandelt werden die Ausbildung von Maaten und Bootsleuten, Menschenführung, Formaldienst, Wehrrecht, politische Bildung, Grundausbildung und einsatzvorbereitende Ausbildung.
https://www.bundeswehr.de/de/organisation/marine/struktur/marineunteroffizierschule
Bundeswehr: Grundausbildung an der Marineunteroffizierschule
Informationen zum Ablauf und zu den Inhalten der Grundausbildung sowie zu den Einrichtungen der Marineunteroffizierschule am Standort Plön.
https://www.bundeswehr.de/de/organisation/marine/struktur/marineunteroffizierschule/grundausbildung
Bundeswehr: Die Laufbahngruppe der Unteroffiziere
Überblick über Aufgaben, Laufbahnen und Dienstgrade der Unteroffiziere ohne und mit Portepee sowie über die entsprechenden Marinebezeichnungen Maat, Obermaat und Bootsleute.
https://www.bundeswehr.de/de/menschen-karrieren/soldatinnen-soldaten/unteroffiziere-bundeswehr
Deutscher Bundestag: Bei der Marineunteroffizierschule in Plön
Bericht der Wehrbeauftragten über die zentrale Ausbildungseinrichtung für Marineunteroffiziere, die Allgemeine Grundausbildung und die einsatzlandunspezifische Ausbildung.
https://www.bundestag.de/parlament/wehrbeauftragter/amtstraeger/hoegl/truppenbesuche/20230816-ploen-964050
Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr: Lehrsammlung Marineunteroffizierschule
Informationen zur Geschichte des Standortes Plön, zur Unteroffizierausbildung seit 1960 und zur Bedeutung der Schule für den militärischen Führungsnachwuchs der Deutschen Marine.
https://www.zms.bundeswehr.de/de/zmsbw-kanal-forschung-und-bildung/museums-und-sammlungsverbund-der-bundeswehr/lehrsammlung-marineunteroffizierschule-5495486
Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr: Regionale Ausstellung Marineunteroffizierschule
Darstellung der Dienststellen- und Standortgeschichte sowie der Ausbildung von Unteroffizieren in der Deutschen Marine anhand der Regionalen Ausstellung in Plön.
https://www.zms.bundeswehr.de/de/zmsbw-kanal-forschung-und-bildung/museums-und-sammlungsverbund-der-bundeswehr/regionale-ausstellung-marineunteroffizierschule-5495494
Bundeswehr: Viele Köche verderben den Brei? – Nicht in der Marine
Praxisbezogener Bericht über die militärische und fachliche Ausbildung angehender Bootsleute und Proviantmeister am Standort Plön.
https://www.bundeswehr.de/de/organisation/marine/aktuelles/ausbildung-proviantmeister-versorger-see-6113354
Gesetze im Internet: Soldatenlaufbahnverordnung – Anlage 2
Rechtliche Zuordnung der Dienstgrade Maat, Obermaat, Bootsmann, Oberbootsmann, Hauptbootsmann, Stabsbootsmann und Oberstabsbootsmann zu den Unteroffizierlaufbahnen.
https://www.gesetze-im-internet.de/slv_2021/anlage_2.html
Gesetze im Internet: Vorgesetztenverordnung
Rechtsgrundlage für militärische Vorgesetztenverhältnisse und Befehlsbefugnisse, auf die angehende Maate und Bootsleute im Rahmen ihrer Führungsausbildung vorbereitet werden.
https://www.gesetze-im-internet.de/svorgesv/BJNR004590956.html
Alle Internetquellen wurden zuletzt am 1. September 2026 abgerufen.