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Kommandeure und Kommodore des MFG 2

Von der Aufstellung am 1. April 1958 bis zur Außerdienststellung am 9. August 2005 wurde das Marinefliegergeschwader 2 von 15 Offizieren geführt. Die bloße Namensliste erzählt jedoch nur einen Teil der Geschichte: Die ersten beiden Verbandsführer hießen noch Kommandeur, zwei ihrer Nachfolger nahmen die Geschäfte des Kommodores zunächst nur kommissarisch wahr, und einzelne Übergabetage werden in öffentlichen Übersichten anders angegeben als in der internen Geschwaderchronik.

Dieser Fachbericht ordnet deshalb nicht nur Namen und Amtszeiten, sondern auch die Entwicklung der Führungsfunktion ein. Maßgeblich ist die interne Chronik des MFG 2; öffentliche Quellen wurden zum Gegencheck herangezogen und erkennbare Abweichungen werden transparent benannt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Erster Verbandsführer: Fregattenkapitän Werner Klümper ab 1. April 1958
  • Erster regulär eingesetzter Kommodore: Kapitän zur See Helmut Lorenz ab 1. April 1963
  • Letzter Kommodore: Gerhard Pichl bis zur Außerdienststellung am 9. August 2005
  • Führungsfolge insgesamt: 15 Offiziere, darunter zwei frühe Kommandeure
  • Grundlage der Datierung: interne Geschwaderchronik mit ergänzendem Abgleich öffentlicher Quellen und zeitgenössischer Ausgaben von +egmont+

Kommandeur oder Kommodore?

Das MFG 2 begann am 1. April 1958 als 2. Marine-Fliegergruppe. Werner Klümper und Berthold Jung wurden in der Chronik deshalb als Kommandeure geführt. Am 16. Juli 1959 erhielt der Verband die Bezeichnung 2. Marinefliegergeschwader; mit der organisatorischen Angleichung wurde aus der Funktion des Kommandeurs die des Kommodores. Seit dem 1. Oktober 1963 lautete der endgültige Name Marinefliegergeschwader 2.

Bei den Marinefliegern bezeichnet „Kommodore“ die Funktion des militärischen Führers eines Geschwaders. Es handelt sich in diesem Zusammenhang nicht um den Dienstgrad des Amtsinhabers. Die frühen und späten Einträge der Chronik nennen Fregattenkapitäne, während die Funktion über weite Strecken von Kapitänen zur See ausgeübt wurde.

Auch der Zusatz m.d.W.d.G. ist wichtig. Er steht für die Wahrnehmung der Geschäfte: Ernst-Heinrich Thomsen und zunächst auch Helmut Lorenz führten den Verband in dieser Form. Erst mit seiner Beförderung zum Kapitän zur See am 1. April 1963 erscheint Lorenz in der Chronik ausdrücklich als erster regulärer Kommodore.

Vollständige Führungschronik 1958 bis 2005

Nr. der FührungsfolgeVerbandsführerFunktion und DienstgradAmtszeit nach GeschwaderchronikEinordnung
1Werner KlümperKommandeur, Fregattenkapitän1. April 1958 bis 15. Januar 1959Führte die neu aufgestellte 2. Marine-Fliegergruppe in ihrer ersten Aufbauphase.
2Berthold JungKommandeur, Fregattenkapitän16. Januar bis 30. September 1959Letzter als Kommandeur geführter Verbandschef; in manchen öffentlichen Listen fehlt er.
3Ernst-Heinrich ThomsenWahrnehmung der Geschäfte des Kommodores, Fregattenkapitän1. Oktober 1959 bis 31. März 1960Erster in der Chronik unter der Funktionsbezeichnung Kommodore geführter Offizier, zunächst geschäftsführend.
4Helmut Lorenzzunächst geschäftsführend als Fregattenkapitän, ab 1. April 1963 regulärer Kommodore als Kapitän zur See1. April 1960 bis 19. Dezember 1965Die Chronik bezeichnet ihn ab 1. April 1963 ausdrücklich als ersten Kommodore.
5Rolf LempKommodore, zunächst Fregattenkapitän, später Kapitän zur See20. Dezember 1965 bis 30. September 1969Führte das Geschwader während des Aufbaus des Starfighter-Betriebs in Eggebek.
6Helmuth OttoKommodore, zunächst Fregattenkapitän, später Kapitän zur See1. Oktober 1969 bis 29. März 1974Die Übergabe von Lemp an Otto fand am 30. September 1969 statt; die tabellarische Amtszeit beginnt am Folgetag.
7Kurt ZiebisKommodore, Kapitän zur See1. April 1974 bis 23. März 1977Übernahm das MFG 2 in der gefestigten Starfighter-Ära.
8Willi Scheykabei der Übergabe Fregattenkapitän, später Kapitän zur See24. März 1977 bis 25. Juni 1981Der Führungswechsel wurde am 23. März 1977 vollzogen; die Amtszeitentabelle setzt den Beginn auf den 24. März.
9Jürgen StiefKommodore, Kapitän zur See26. Juni 1981 bis 1. April 1985Übernahm bei der Übergabe am 25. Juni 1981; die tabellarische Amtszeit beginnt am Folgetag.
10Wolfgang EngelmannKommodore, Kapitän zur See2. April 1985 bis 28. September 1987Führte das Geschwader beim Übergang vom Starfighter zum Tornado.
11Volker Lichebei der Übergabe Fregattenkapitän, später Kapitän zur See28. September 1987 bis 28. März 1990Verantwortete die Konsolidierung des Tornado-Flugbetriebs am Ende des Kalten Krieges.
12Lutz Pfeifferbei der Übergabe Fregattenkapitän, später Kapitän zur See28. März 1990 bis 30. November 1994Seine Amtszeit umfasste Wiedervereinigung, neue sicherheitspolitische Rahmenbedingungen und die Eingliederung von Teilen des MFG 1.
13Manfred Hartmannbei der Übergabe Fregattenkapitän, ab 1. Dezember 1994 Kapitän zur See30. November 1994 bis 17. September 1997Die feierliche Übergabe von Pfeiffer an Hartmann fand bereits am 28. November 1994 statt.
14Michael Mollenhauerbei Amtsübernahme Fregattenkapitän, später Kapitän zur See17. September 1997 bis 21. Dezember 2001Führte das Geschwader in einer Phase hoher Übungs- und Einsatzbereitschaft sowie fortgesetzter Strukturveränderungen.
15Gerhard Pichlbei Amtsübernahme Fregattenkapitän, später Kapitän zur See21. Dezember 2001 bis 9. August 2005Letzter Kommodore; gab am Tag der Außerdienststellung das Kommando zurück.

Hinweis zu den Tagesdaten

Militärische Übergabezeremonie und verwaltungsmäßiger Beginn einer Amtszeit fallen in den Quellen nicht immer auf denselben Tag. So dokumentiert die Chronik mehrere feierliche Kommandowechsel am Vortag des tabellarisch genannten Amtsbeginns. Die Tabelle übernimmt die Zeiträume der internen Amtszeitenübersicht und nennt abweichende Übergabetage gesondert. Einzelne gemeinsame Stichtage oder kurze Zwischenräume werden damit sichtbar, aber nicht durch redaktionelle Annahmen geglättet.

Wo öffentliche Führungslisten abweichen

Die öffentliche Vergleichsliste bei Wikipedia enthält alle 15 Namen, nennt jedoch „Berufungsdaten“, die nicht in jedem Fall mit dem Beginn der internen Amtszeitenübersicht übereinstimmen. Die Einheitenübersicht von 916 Starfighter arbeitet überwiegend nur mit Monaten und lässt Berthold Jung aus. Sie verlängert dadurch Klümpers Amtszeit und setzt Thomsens Beginn zu früh an. Für diese Seite gelten deshalb die taggenauen Angaben der Geschwaderchronik und der zeitgenössischen +egmont+-Berichte.

AmtsinhaberInterne Chronik und zeitgenössischer BerichtAbweichende öffentliche AngabeRedaktionelle Entscheidung
Berthold Jung16. Januar bis 30. September 1959In der 916-Starfighter-Liste nicht enthaltenJung wird als zweiter Kommandeur aufgenommen.
Helmuth OttoÜbergabe am 30. September 1969; tabellarischer Beginn am 1. OktoberWikipedia: 30. September 1969Amtszeit ab 1. Oktober, Übergabetag als Hinweis.
Willi ScheykaÜbergabe am 23. März 1977; tabellarischer Beginn am 24. MärzWikipedia: 23. März 1977Amtszeit ab 24. März, Übergabetag als Hinweis.
Jürgen StiefÜbergabe am 25. Juni 1981; tabellarischer Beginn am 26. JuniWikipedia: 24. Juni 1981Primärquelle: Amtszeit ab 26. Juni.
Lutz PfeifferÜbergabe und Beginn am 28. März 1990Wikipedia: 1. April 1990Primärquelle: Amtszeit ab 28. März.
Manfred HartmannZeremonie am 28. November; Amtszeit ab 30. November 1994Wikipedia: 30. November 1994Amtszeit ab 30. November, Zeremonie gesondert genannt.
Gerhard PichlÜbergabe und Beginn am 21. Dezember 2001Wikipedia: 22. Dezember 2001Primärquelle und +egmont+: Amtszeit ab 21. Dezember.

Werner Klümper und Berthold Jung: Führung in der Aufbauphase

Werner Klümper erhielt den Auftrag, einen Verband aufzubauen, der zu Beginn weder über seine geplante Personalstärke noch über eine vollständig verfügbare Flugzeugausstattung oder einen endgültigen Standort verfügte. Kommandeur und Gruppenstab arbeiteten zunächst in Kiel-Holtenau. Ausbildung, Personalzuführung, Materialübernahme und der Aufbau der Staffeln mussten gleichzeitig organisiert werden.

Nach Klümper übernahm Berthold Jung am 16. Januar 1959. Seine kurze Amtszeit fiel in eine Phase häufiger organisatorischer und räumlicher Veränderungen. Gerade Jung ist für die Quellenkritik wichtig: Die interne Chronik führt ihn eindeutig als zweiten Kommandeur, während eine häufig zitierte öffentliche Einheitenübersicht direkt von Klümper zu Thomsen springt. Die vollständige, quellennahe Führungsliste muss Jung daher enthalten.

Thomsen und Lorenz: Aus dem Kommandeur wird der Kommodore

Ernst-Heinrich Thomsen nahm ab 1. Oktober 1959 die Geschäfte des Kommodores wahr. Helmut Lorenz folgte am 1. April 1960 zunächst in derselben Form. Die Unterscheidung zwischen geschäftsführender Wahrnehmung und regulärer Einsetzung erklärt, weshalb verschiedene Darstellungen zu unterschiedlichen Aussagen über den „ersten Kommodore“ gelangen können.

Die interne Chronik setzt den entscheidenden Einschnitt auf den 1. April 1963: Lorenz wurde zum Kapitän zur See befördert und als erster Kommodore bezeichnet. In seine lange Führungszeit fielen der Ausbau des Verbandes, die Verlegung nach Nordholz und bereits die Vorbereitung des nächsten großen Umbruchs. Die Einführung der F-104G machte Eggebek zum künftigen fliegerischen Zentrum des Geschwaders.

Lemp und Otto: Aufbau und Bewährung des Starfighter-Verbandes

Rolf Lemp übernahm am 20. Dezember 1965. Die Aufgabe bestand nun nicht mehr nur darin, eine neue Flugzeuggeneration einzuführen. Das Geschwader musste mit dem Starfighter einen belastbaren täglichen Flugbetrieb herstellen, Besatzungen und technisches Personal qualifizieren und die vorgesehenen maritimen Einsatzrollen beherrschen.

Am 30. September 1969 erfolgte die Übergabe an Helmuth Otto; die chronologische Amtszeitenliste nennt den 1. Oktober als Beginn. Unter Otto entwickelte sich der Starfighter-Betrieb weiter zum eingespielten Kernauftrag. Gleichzeitig wuchs das MFG 2 organisatorisch: In seine Amtszeit fiel unter anderem der Aufbau einer eigenen Flugabwehrstaffel.

Ziebis, Scheyka und Stief: Kontinuität in der Starfighter-Ära

Kurt Ziebis, Willi Scheyka und Jürgen Stief führten das Geschwader über mehr als elf Jahre durch die reife Phase des F-104-Betriebs. Die Einsatzbereitschaft eines Marinejagdbomberverbandes beruhte nicht allein auf den fliegenden Staffeln. Technik, Flugbetrieb, Versorgung, Sicherung, Ausbildung und Stabsarbeit mussten täglich ineinandergreifen.

Die Kommodore trugen dabei Gesamtverantwortung für Personal, Material, Ausbildung und Auftragserfüllung. Internationale Übungen, Schießvorhaben, Staffelaustausche und die fortlaufende Weiterentwicklung der Verfahren gehörten ebenso zum Geschwaderalltag wie Flugsicherheit und die Bewältigung von Unfällen. Das erklärt, weshalb ein Führungswechsel zwar personell an einem einzelnen Tag stattfand, fachlich aber eine umfassende Übergabe erforderte.

Engelmann und Liche: Der Wechsel zum Tornado

Wolfgang Engelmann übernahm am 2. April 1985 in einer der technisch anspruchsvollsten Phasen der Verbandsgeschichte. Ab 1986 führte das MFG 2 den Tornado ein; am 26. Mai 1987 endete der Marineflugbetrieb mit der F-104G. Ausbildung, Wartung, Infrastruktur und Einsatzverfahren mussten für das zweisitzige Mehrzweckkampfflugzeug neu ausgerichtet werden, während der operative Auftrag weiterbestand.

Volker Liche übernahm am 28. September 1987. Unter seiner Führung wurde der Tornado-Betrieb gefestigt. Gleichzeitig näherte sich der Kalte Krieg seinem Ende. Damit änderten sich nicht sofort die täglichen Anforderungen an Bereitschaft und Ausbildung, wohl aber der politische und organisatorische Rahmen, in dem das Geschwader arbeitete.

Pfeiffer und Hartmann: Neuordnung nach dem Kalten Krieg

Lutz Pfeiffer wurde am 28. März 1990 Kommodore. Seine Amtszeit begann nur wenige Monate vor der deutschen Wiedervereinigung. Die Streitkräfte wurden neu geordnet und verkleinert; Aufgaben und Verbände mussten zusammengeführt werden. Das MFG 2 übernahm Teile des 1993 aufgelösten MFG 1 und erweiterte seine Fähigkeiten. Die Führung hatte damit zugleich Einsatzbereitschaft zu gewährleisten und tiefgreifende Strukturveränderungen umzusetzen.

Die Chronik dokumentiert die feierliche Übergabe an Manfred Hartmann am 28. November 1994, führt dessen Amtszeit in der Übersicht jedoch ab 30. November. Diese kleine Differenz zeigt exemplarisch, warum taggenaue Angaben ohne Erläuterung irreführend sein können. Hartmann führte das Geschwader bis zum 17. September 1997 in einer Zeit, in der die Bundeswehr ihre Rolle nach dem Ost-West-Konflikt neu bestimmte und internationale Verpflichtungen an Gewicht gewannen.

Mollenhauer und Pichl: Die letzten Jahre des MFG 2

Michael Mollenhauer übernahm am 17. September 1997. Gerhard Pichl wurde bei diesem Wechsel stellvertretender Kommodore und blieb bis März 1999 in dieser Funktion. Nach einer Verwendung im Bundesministerium der Verteidigung kehrte er zurück und erhielt am 21. Dezember 2001 das Kommando über das MFG 2. Die ursprünglich als Jahresabschluss vorgesehene Musterung wurde dafür kurzfristig zur Übergabemusterung umgestaltet.

Pichls Amtszeit war von der beschlossenen Auflösung geprägt. Das bedeutete keineswegs einen sofortigen Stillstand: Flugbetrieb, Personalführung, Materialabgabe, Versetzungen und die Übertragung von Fähigkeiten mussten kontrolliert und sicher organisiert werden. 2005 übernahm das Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ der Luftwaffe in Jagel die Seekriegsführung aus der Luft. Ein zeitgenössischer Pressebericht nennt für Februar 2005 noch 23 Tornados in Eggebek und beschreibt den bereits laufenden Wechsel von Besatzungen und Technikern zur Luftwaffe.

Am 9. August 2005 gab Gerhard Pichl als letzter Kommodore das Kommando zurück. Damit endete die 47-jährige Geschichte des MFG 2 als aktiver Verband. Die Geschwaderchronik weist für diesen Zeitraum insgesamt 352.509 Flugstunden und 55 Minuten aus.

Warum es 15 Verbandsführer, aber nicht eindeutig 15 Kommodore gab

Die vollständige Namensfolge umfasst 15 Offiziere. Eine Schlussnotiz der internen Chronik bezeichnet Gerhard Pichl dennoch als „14. Kommodore“. Gleichzeitig führt dieselbe Chronik zwei ursprüngliche Kommandeure, zwei zunächst geschäftsführende Amtsinhaber und Helmut Lorenz ab 1963 als ersten regulären Kommodore.

Aus diesen Angaben lässt sich keine widerspruchsfreie ordinale Zählung ableiten, ohne eine eigene, nachträgliche Definition festzulegen. Wird jeder Verbandsführer gezählt, ist Pichl der fünfzehnte. Werden ausschließlich bestimmte Funktionsphasen als Kommodore gewertet, fällt die Zahl niedriger aus. Hinzu kommt, dass eine öffentliche Sekundärliste Berthold Jung auslässt und dadurch eine weitere Zählweise erzeugt.

Die redaktionell sauberste Lösung lautet daher:

  • Die Seite dokumentiert 15 aufeinanderfolgende Verbandsführer.
  • Klümper und Jung werden als Kommandeure bezeichnet.
  • Thomsen und Lorenz werden für ihre frühen Amtsphasen als geschäftsführend gekennzeichnet.
  • Lorenz wird ab 1. April 1963 entsprechend der Chronik als erster regulärer Kommodore geführt.
  • Für Pichl wird auf eine unkommentierte Ordnungszahl verzichtet; er ist zweifelsfrei der letzte Kommodore des MFG 2.

Verantwortung des Kommodores

Die Bundeswehr beschreibt ein Marinefliegergeschwader als einen Verband aus Flugzeugen oder Hubschraubern, der von einem Kommodore geführt wird. Beim MFG 2 umfasste diese Führung weit mehr als den fliegerischen Einsatz. Der Kommodore verantwortete den militärischen Auftrag und die Einsatzbereitschaft des Gesamtverbandes. Dazu gehörten insbesondere:

  • Führung des Geschwaderstabes sowie der fliegenden, technischen und unterstützenden Einheiten,
  • personelle und materielle Einsatzbereitschaft,
  • Ausbildung und sichere Durchführung des Flugbetriebs,
  • Umsetzung übergeordneter Befehle, Organisationsänderungen und neuer Einsatzrollen,
  • Zusammenarbeit mit Marineführung, NATO-Partnern, anderen Verbänden und zivilen Stellen,
  • Repräsentation des Geschwaders gegenüber Politik, Öffentlichkeit und der Standortregion.

Die Amtszeiten spiegeln deshalb die gesamte Entwicklung des MFG 2: vom improvisierten Aufbau über Sea Hawk, Gannet und Starfighter bis zum Tornado, von wechselnden Standorten bis zur jahrzehntelangen Heimat Tarp/Eggebek und schließlich von der Neuordnung nach dem Kalten Krieg bis zur Auflösung.

Quellenlage und Prüfverfahren

Die interne Geschwaderchronik ist für die taggenauen Amtszeiten die ausführlichste Quelle. Sie enthält sowohl eine zusammenhängende Funktionsliste als auch einzelne Einträge zu den Übergabezeremonien. Zeitgenössische +egmont+-Ausgaben ergänzen die späteren Führungswechsel und biografischen Einordnungen aus der Perspektive des Verbandes.

Öffentliche Übersichten wurden nicht ungeprüft übernommen. Die im Internet zugänglichen Listen stimmen bei der Reihenfolge ab Thomsen weitgehend überein, weichen aber bei frühen Amtsinhabern, Monatsgrenzen oder Übergabetagen ab. Auch die öffentlich zugängliche Chronik von Marineflieger.de bestätigt die Umbenennung vom 16. Juli 1959 und den damit verbundenen Wechsel von der Funktionsbezeichnung Kommandeur zu Kommodore. Für die historische Einordnung der Auflösung wurden außerdem Veröffentlichungen der Bundeswehr und zeitgenössische Presseberichte gegengeprüft.

Quellen:

Stand: Oktober 2026

Autor: Stephan Struck

  1. Geschwaderchronik MFG 2, privates Archiv von Marineflieger.de, insbesondere S. 34, 70, 91, 94–95, 239, 273, 336, 401, 465, 483–484, 540, 577, 626 und 671. Die Chronik ist die Primärgrundlage für Funktionsbezeichnungen, Amtszeiträume und Übergabetage; das Original wird nicht öffentlich zum Download angeboten.
  2. Geschwaderzeitung +egmont+, privates Archiv von Marineflieger.de, insbesondere die Ausgaben 1974-05, 1977-03/04, 1985-02, 1987-05, 1990-02, 1994-06, 1997-05 und 2002-01 zu Führungswechseln und den beteiligten Offizieren. Die Originalausgaben werden nicht öffentlich zum Download angeboten.
  3. Marineflieger.de: „Marinefliegergeschwader 2: Chronik 1958–2005“ – Aufbau, Umbenennung, Flugzeugwechsel und Außerdienststellung: https://marineflieger.de/geschwader/mfg2/geschwaderchronik
  4. Marineflieger.de: „Marinefliegergeschwader 2“ – Überblick zur Geschichte des Verbandes: https://marineflieger.de/geschwader/mfg2
  5. Bundeswehr: „Glossar: Begriffe der Marine von A bis Z“ – Einordnung des Marinefliegergeschwaders und seiner Führung durch einen Kommodore: https://www.bundeswehr.de/de/organisation/marine/begriffe-marine-glossar
  6. Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr: „Militärgeschichtliche Sammlung Taktisches Luftwaffengeschwader 51 ‚Immelmann‘“ – Übernahme der Seekriegsführung aus der Luft im Jahr 2005: https://zms.bundeswehr.de/de/zmsbw-kanal-forschung-und-bildung/museums-und-sammlungsverbund-der-bundeswehr/militaergeschichtliche-sammlung-taktlwg-51-5491256
  7. 916 Starfighter: „GAF Unit History“ – öffentliche Vergleichsliste der Kommandeure und Kommodore sowie Organisationsangaben zum MFG 2: https://www.916-starfighter.de/GAF_UnitHistory.htm
  8. Wikipedia: „Marinefliegergeschwader 2“ – sekundäre Vergleichsliste der Führungspersonen: https://de.wikipedia.org/wiki/Marinefliegergeschwader_2
  9. WELT: „Das langsame Aus der Tornados in Eggebek“, 7. Februar 2005 – zeitgenössischer Bericht zur Abwicklung des Geschwaders: https://www.welt.de/print-welt/article423120/Das-langsame-Aus-der-Tornados-in-Eggebek.html

Quellenhinweis:

Dieser Beitrag basiert ergänzend auf zeitgenössischen Ausgaben der Geschwaderzeitung +egmont+ des Marinefliegergeschwaders 2.

Die historischen Originalausgaben befinden sich, als PDF-Datei, im privaten Archiv und werden nicht online veröffentlicht.