P-8A Poseidon könnte Joint Strike Missile erhalten
Die deutschen P-8A Poseidon könnten künftig neben U-Boot-Jagd und Seefernaufklärung auch weitreichende Flugkörper gegen Schiffs- und Landziele einsetzen. Nach einem Bericht von hartpunkt ist die Joint Strike Missile als Bewaffnung der Marineflieger vorgesehen. Eine offizielle Beschaffungsbestätigung speziell für die P-8A liegt bislang jedoch nicht vor.
Neue Bewaffnungsoption für die P-8A
Die P-8A Poseidon der Deutschen Marine könnte künftig mit der norwegischen Joint Strike Missile, kurz JSM, bewaffnet werden. Das berichtet das Fachmedium hartpunkt unter Berufung auf gut informierte Kreise. Demnach soll der Flugkörper als zukünftige Bewaffnungsoption für die deutschen Seefernaufklärer vorgesehen sein.
Kapitän zur See Broder Nielsen, Kommandeur der deutschen Marineflieger, hatte laut dem Bericht bereits im Zusammenhang mit der Farnborough International Airshow auf die JSM als mögliche Bewaffnungsoption für die P-8A hingewiesen.
Bislang wird die Poseidon bei den deutschen Marinefliegern vor allem für die weiträumige Seeaufklärung und die U-Boot-Jagd eingeführt. Sie kann Unterwasserkontakte mit Sonarbojen aufklären und unter anderem Torpedos einsetzen.
Wirkung gegen Ziele auf See und an Land
Die Joint Strike Missile wird vom norwegischen Unternehmen Kongsberg Defence & Aerospace entwickelt und basiert technisch auf der Naval Strike Missile.
Der luftgestützte Flugkörper ist für die Bekämpfung von Überwasser- und Landzielen aus größerer Entfernung vorgesehen. Eine Integration in die P-8A würde das Einsatzspektrum des Seefernaufklärers deshalb deutlich erweitern.
Besonders bemerkenswert wäre die Rückkehr einer weitreichenden Fähigkeit zur Bekämpfung von Überwasserzielen bei den deutschen Marinefliegern. Eine vergleichbare Rolle gehörte früher zu den Aufgaben der Marine-Tornados des Marinefliegergeschwaders 2. Nach deren Abgabe an die Luftwaffe Anfang der 2000er-Jahre konzentrierten sich die verbliebenen Marineflieger stärker auf Seefernaufklärung, U-Boot-Jagd, Bordhubschrauber und Unterstützungsaufgaben.
Von der Aufklärung zur Wirkung
Mit einer entsprechenden Bewaffnung könnte die P-8A künftig einen deutlich größeren Teil einer maritimen Wirkungskette selbst abdecken: Ein Ziel könnte aufgeklärt, identifiziert und anschließend aus größerer Entfernung bekämpft werden.
Die Maschine ist dabei bereits grundsätzlich für unterschiedliche Bewaffnungsoptionen ausgelegt. Die Bundeswehr nennt auf ihrer offiziellen P-8A-Seite Torpedos, Flugkörper und Wasserbomben als mögliche Bewaffnung. Eine spezifische Einführung der Joint Strike Missile für die deutsche P-8A-Flotte wird dort derzeit allerdings nicht genannt.
Beschaffung noch nicht offiziell bestätigt
Entscheidend ist deshalb die Einordnung der aktuellen Meldung: Der Bericht vom 17. September 2026 spricht von einer geplanten Beschaffung beziehungsweise Integration. Eine öffentlich zugängliche offizielle Mitteilung der Bundeswehr oder des Bundesministeriums der Verteidigung zur Beschaffung der JSM speziell für die P-8A war bis zum 17. September 2026 in den geprüften Quellen nicht vorhanden.
Die Entwicklung sollte daher gegenwärtig als konkrete, aber noch nicht offiziell bestätigte Beschaffungsplanung dargestellt werden.
Sollte die JSM tatsächlich in die deutsche Poseidon-Flotte integriert werden, wäre dies eine erhebliche Erweiterung der Fähigkeiten der Marineflieger und zugleich eine Rückkehr zur weitreichenden luftgestützten Bekämpfung von Überwasserzielen.
Quellen:
hartpunkt, 17. September 2026
https://www.hartpunkt.de/flugkoerperbewaffnung-p-8a-poseidon-der-marine-soll-ziele-mittels-joint-strike-missile-auch-auf-grosse-entfernung-bekaempfen-sollen/
Bundeswehr – Seefernaufklärer P-8A Poseidon
https://www.bundeswehr.de/de/ausruestung-technik-bundeswehr/luftsysteme-bundeswehr/seefernaufklaerer-p-8a-poseidon