NH90 der Marineflieger unterstützt SAREx Eckernförde 2026
Ein NH90 der Deutschen Marine hat die Seenotrettungsübung SAREx Eckernförde 2026 in der Ostsee unterstützt. Rund 100 Seenotretter und weitere Einsatzkräfte trainierten mit Schiffen und zwei Hubschraubern die Suche nach Vermissten, die Versorgung Schwerverletzter und die Koordination komplexer Notlagen auf See.
Die Marineflieger haben sich mit einem NH90 an der groß angelegten Such- und Rettungsübung SAREx Eckernförde 2026 beteiligt. Vom 16. bis 19. September trainierten Einsatzkräfte in der Eckernförder Bucht realistische Seenotlagen. Organisiert wurde die Übung von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).
Nach dem Abschlussbericht der Seenotretter waren rund 100 Seenotretter und weitere Einsatzkräfte beteiligt. Neben neun Einheiten der DGzRS nahmen Schiffe der Bundespolizei See und der Wasserschutzpolizei, ein Such- und Rettungshubschrauber der Marineflieger sowie ein Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter teil.
Suche, Verletztenversorgung und havarierte Schiffe
Das mehrtägige Training umfasste verschiedene Szenarien, die sich im Schwierigkeitsgrad und in der Zahl der beteiligten Kräfte unterschieden. Vermisste Personen mussten im Wasser gesucht, Verletzte auf havarierten Schiffen medizinisch versorgt und gefährdete Boote gesichert werden. Als Havaristendarsteller dienten ein Fischkutter und der Frachtsegler „Fortuna“.
Die Übungsleitung spielte bewusst komplexe Lagen ein. Dadurch mussten die Besatzungen Suchgebiete aufteilen, Informationen über Funk austauschen und ihre Maßnahmen mit Einheiten unterschiedlicher Organisationen abstimmen. Eine eigens eingerichtete Übungsleitstelle wurde von Einsatzleiterinnen und Einsatzleitern der Rettungsleitstelle See der DGzRS besetzt.
Damit der Übungsfunk nicht mit einem tatsächlichen Notfall verwechselt werden konnte, verwendeten die Beteiligten festgelegte Codewörter. Solche Verfahren sind ein wichtiger Teil des Trainings: Bei einer größeren Seenotlage müssen zahlreiche Meldungen bewertet, Kräfte koordiniert und zugleich die regulären Notrufkanäle freigehalten werden.
NH90 als Teil des gemeinsamen Lagebildes
Die DGzRS bestätigt ausdrücklich die Beteiligung eines Such- und Rettungshubschraubers der Marineflieger. In der Bildergalerie zur Übung wird das Luftfahrzeug als NH90 der Deutschen Marine bezeichnet. Auf einer Aufnahme ist der Hubschrauber im Hintergrund einer gemeinsamen Suchlage mit Einheiten auf dem Wasser zu sehen.
Welche einzelnen Flugaufträge der NH90 während der SAREx übernahm, wird im Abschlussbericht nicht näher beschrieben. Öffentlich bestätigt ist daher seine Einbindung in die Übung, nicht jedoch ein bestimmtes Winden-, Absetz- oder Aufnahmeverfahren.
Für den SAR-Dienst über Nord- und Ostsee setzt die Marine den NH90 NTH Sea Lion ein. Nach Angaben der Bundeswehr gehört Search and Rescue zu seinen Hauptaufgaben. Der Hubschrauber verfügt dafür unter anderem über eine Rettungswinde und medizinische Ausstattung. Die offizielle DGzRS-Bildunterschrift nennt für die bei der SAREx eingesetzte Maschine jedoch weder eine Kennung noch ausdrücklich die Variantenbezeichnung „Sea Lion“.
Zusammenarbeit mit zivilen und staatlichen Partnern
An der Übung nahmen die Seenotrettungskreuzer „Berlin“, „Bremen“ und „Harro Koebke“, sechs Seenotrettungsboote sowie das Trainingsschiff „Carlo Schneider“ teil. Hinzu kamen das Schulschiff „Eschwege“ der Bundespolizei See und die Polizeischiffe „Staberhuk“ und „Falshöft“.
Für die Marineflieger liegt der besondere Wert eines solchen Trainings in der organisationsübergreifenden Zusammenarbeit. Ein Hubschrauber kann ein großes Seegebiet schneller als eine einzelne Rettungseinheit absuchen, medizinisches Personal oder Material transportieren und die Rettung aus schwer zugänglichen Lagen unterstützen. Entscheidend ist jedoch, dass Luftfahrzeug, Schiffe und Leitstelle mit demselben Lagebild arbeiten und Übergaben sicher vorbereitet werden.
Genau diese Schnittstellen standen bei der SAREx im Mittelpunkt. Die Übung verband militärische, staatliche und zivile Kräfte, die auch bei einem realen größeren Seenotfall zusammenarbeiten müssten.
Reale Einsätze unterbrechen die Übung
Wie nah das Training am täglichen Auftrag der Seenotretter lag, zeigte sich während der vier Übungstage zweimal. DGzRS-Einheiten mussten aus dem Übungsbetrieb herausgelöst werden, um tatsächliche Hilfe zu leisten. In einem Fall benötigte ein Segelboot technische Unterstützung, in einem weiteren war auf einer Segelyacht der Mast gebrochen. Beide Boote und ihre Besatzungen wurden sicher in den Hafen gebracht.
Die Vorfälle gehörten nicht zum Übungsszenario. Sie zeigen zugleich, dass die Einsatzbereitschaft trotz eines umfangreichen Trainings erhalten bleiben muss.
Bedeutung für die Marineflieger
Die SAREx Eckernförde 2026 verdeutlicht die Rolle der Marineflieger in der deutschen Rettungskette über See. Der militärische SAR-Dienst dient nicht nur der Unterstützung eigener Luftfahrzeuge und Schiffe. Die Bundeswehr beschreibt ausdrücklich auch die Hilfe für die DGzRS sowie die Unterstützung ziviler Rettungsdienste auf Anforderung als Teil des Auftrags.
Regelmäßige gemeinsame Übungen schaffen dafür wichtige Voraussetzungen. Besatzungen lernen die Verfahren der Partner kennen, Kommunikationswege werden überprüft und Zuständigkeiten unter Zeitdruck erprobt. Für die Marineflieger ist dies besonders relevant, weil ihr Hubschrauber häufig das schnellste Verbindungsmittel zwischen Einsatzort, Schiffen und Versorgung an Land sein kann.
Bei der SAREx handelte es sich um eine Übung. Vermisste, Verletzte und havarierte Schiffe waren Teil der dargestellten Szenarien. Davon getrennt zu betrachten sind die beiden tatsächlichen Hilfeleistungen, für die Einheiten der DGzRS zeitweise aus der Übung abgezogen wurden.
Redaktioneller Hinweis
Die DGzRS bezeichnet das beteiligte Luftfahrzeug in ihrer Bildergalerie als „NH90 der Deutschen Marine“. Eine Kennung und die genaue Variantenbezeichnung werden nicht genannt. Da der NH90 NTH Sea Lion die SAR-Aufgabe der Marine wahrnimmt, wird dieser Zusammenhang fachlich eingeordnet; der Artikel schreibt der konkreten Maschine jedoch keine öffentlich nicht bestätigte Kennung oder Einzelaufgabe zu.
Quellen
- https://www.seenotretter.de/aktuelles/neuigkeiten/grossuebung-der-seenotretter-in-der-eckernfoerder-bucht-erfolgreich-abgeschlossen
- https://www.seenotretter.de/magazin/sarex-such-und-rettungsuebung-der-seenotretter
- https://www.bundeswehr.de/de/organisation/marine/aktuelles/search-and-rescue-sea-lion-beginnt-praxis-5642180
- https://www.bundeswehr.de/de/ausruestung-technik-bundeswehr/luftsysteme-bundeswehr/mehrzweck-hubschrauber-sea-lion-nh-90-nth