Neuer Optarion-Auftrag: Bundeswehr treibt digitale Vernetzung ihrer Hubschrauber voran
Mit einem neuen Entwicklungsauftrag für Optarion baut die Bundeswehr die digitale Vernetzung ihrer Hubschrauber weiter aus. Das System verbindet fliegende Plattformen mit Führungs- und Informationssystemen. Da auch der NH90 unterstützt wird, ist die Entwicklung grundsätzlich für die Marineflieger und ihre modernen Hubschraubersysteme von Interesse.
15 Millionen Euro für die weitere Entwicklung
HENSOLDT hat am 9. September 2026 einen weiteren Entwicklungsauftrag für die Einsatzunterstützungsanlage Optarion bekannt gegeben. Auftraggeber ist das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). Der Vertrag besitzt nach Angaben des Unternehmens einen Wert von 15 Millionen Euro.
Optarion ist eine Bodenstation, über die Führungsinformationssysteme der Bundeswehr mit fliegenden Plattformen verbunden werden können. Dazu gehört auch das Battle Management System der Streitkräfte.
Ein wichtiger Ansatz besteht darin, bestehende Luftfahrzeuge in den digitalen Führungsverbund einzubinden, ohne dafür umfangreiche Änderungen am jeweiligen Fluggerät durchführen zu müssen.
Tiger, NH90 und CH-53GA
HENSOLDT nennt als unterstützte Hubschrauber ausdrücklich Tiger, NH90 und CH-53GA. Außerdem werden bestehende und zukünftige Konfigurationen des Systems weiterentwickelt.
Für die deutschen Marineflieger ist insbesondere die Nennung des NH90 interessant. Das Marinefliegergeschwader 5 setzt mit dem NH90 NTH Sea Lion bereits eine Marineversion dieses Hubschraubers ein. Gleichzeitig läuft die Einführung des NH90 MRFH Sea Tiger als Nachfolger des Sea Lynx Mk88A.
Aus der Mitteilung von HENSOLDT geht allerdings nicht hervor, dass Sea Lion oder Sea Tiger Bestandteil des aktuellen Optarion-Auftrags sind. Die veröffentlichten Angaben beziehen sich allgemein auf NH90-Plattformen sowie auf Systeme von Heer und Luftwaffe.
Eine unmittelbare Übertragung auf die beiden Marineversionen wäre daher derzeit nicht belegt.
Vernetzung wird für Marineflieger immer wichtiger
Unabhängig vom konkreten Optarion-Auftrag zeigt die Entwicklung, welchen Stellenwert digitale Vernetzung künftig bei fliegenden Waffensystemen besitzt. Sensorinformationen, Missionsplanung und Führungsdaten sollen schneller zwischen unterschiedlichen Plattformen und Führungsebenen ausgetauscht werden können.
Auch für die Marineflieger spielt diese Vernetzung eine zunehmend wichtige Rolle – beispielsweise beim Zusammenspiel von P-8A Poseidon, Bordhubschraubern, Fregatten und künftig unbemannten Systemen.
Der Optarion-Auftrag ist deshalb für die technische Entwicklung der Bundeswehr relevant. Eine direkte Beteiligung des Marinefliegergeschwaders 5 sollte jedoch erst dann als solche dargestellt werden, wenn dies offiziell bestätigt ist.
Quelle:
HENSOLDT, 9. September 2026
https://www.services.hensoldt.net/news/hensoldt-gets-development-contract-for-the-optarion-mission-support-system